Herbert Klocke liest

Zwei Lesungen an ungewöhnlichen Orten

Ein Gespräch mit dem Münchner Autor Herbert Klocke

Hallo Herbert, du hast ja wieder so Einiges erlebt. Magst du uns davon erzählen?

Ja, gerne. Es gab zwei Lesungen an zwei recht ungewöhnlichen Orten. Zum Einen, im Indiguos, das ist das Büro und der Präsentationsraum von Arno Oettinger, einem Malermeister, direkt bei mir vor der Tür. Dort gibt es ein Klavier, eine indische, musizierende  Gottheit ein stylisches Motorrad und immer wieder neue Bilder von Münchener Malern. 

Das klingt ja spannend. Hattest du denn schon länger vor, eine Lesung dort zu halten?

Ja, das war immer im Hinterkopf.  Arno, den sehe ich meistens schon dann, wenn der Tag guten Morgen sagt. Dann sehe ich ihn in jeder Jahreszeit Farbeimer in seinen Bulli laden, auf dem Weg zu seiner oft recht illustren Kundschaft. Und bei mir bewegen sich erste Texte in meiner Fantasie.  

Am Tag der Lesung hatte er leider wohl privaten Blues, hat aber dennoch für die Bestuhlung gesorgt. Die kam eine halbe Stunde vor dem Beginn des Events netterweise vom Café gegenüber.  Außerdem hat mich bei den zwei Veranstaltungen mein alter Weggefährte Uwe Schmidt begleitet. Mit ihm an meiner Seite kann nichts passieren.  

Waren denn viele Besucher da?

Leider nein. Es waren viele grippal, haben sich teils mit verkratzten Stimmen und verschnupfter Nase bei mir entschuldigt. Eine große Freude war es,  einen alten, künstlerischen Mitstreiter und eine Arbeitskollegin zu begrüßen. Im Übrigen möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei Ina für die Plakate bedanken. Sie sind wirkliche Hingucker. Die Leute fragen stets, wer sie denn gestaltet hat. 

Und die zweite Lesung?

Die fand im Da Piccolo statt. Das ist ein kultigen Italiener in Neuhausen. Auch hier waren nur wenige Zuhörer.

 

 

Da ich das mit den erkrankten Fans nicht voraussehen konnte, war das Ganze eine geschlossene Gesellschaft und für den Betreiber leider eine Umsatzeinbuße. Ich hab mich mit ein paar Blumen bei der ukrainischen Kellnerin bedankt, die hat mir und Uwe von ihrer Familie aus dem Kriegsgebiet in der Nähe von Kiew erzählt.

Schwierig war es die vorbeifahrende  Trambahn und den laufenden Kaffeeautomaten zu übertönen.  

Aber als alter Straßenkämpfer bin ich ich ja viel gewohnt. In diesem Fall waren zwei aufmerksam zuhörende Schauspieler, die ich schon länger kenne,  mit von der Partie.

 

Den fehlenden Verkauf werde ich jetzt hoffentlich in Österreich kompensieren. Ich bin optimistisch. 

Danke Herbert für deine interessante Berichterstattung von der literarischen Front,

Danke ebenfalls. Es geht weiterhin voran! Das ist das, was wirklich zählt.


Herbert Klocke beim Ulli Verlag


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